Tierparkgeschichten

Hier finden Sie Geschichten rund um unsere Tiere
 

Gestatten, Mähnenwolf

Ich bin quasi ein Weihnachtsgeschenk, allerdings nicht ganz allein. Mit meinem Bruder gemeinsam kam ich am 20. Dezember 2019, in je einer Transportkiste verpackt, im Amerika-Tierpark Limbach-Oberfrohna an. Unsere Reise begann im Zoologischen Garten Warschau, in dem meine Eltern und seit mehreren Jahren meine Verwandten leben. Einige von ihnen bewohnen jetzt auch Gehege in anderen Zoos. Z. B. sind 3 meiner Vorgänger seit September 2016 im Tierpark Neumünster ansässig. Ja, und wir beide beschnuppern jetzt eben bei euch unsere neue Heimat. Es ist recht schön hier. Wir bekamen ein völlig neu errichtetes Gehege mit beheiztem Haus. Da steckt allerhand Arbeit drin. „Dziękuję bardzo!” Da wir nun schon ein wenig Deutsch verstehen, übersetzen wir das für euch. Es heißt „Vielen Dank!”.
Vielleicht wollt ihr uns ein klein wenig näher kennen lernen: Ob wir Namen haben, wissen wir nicht. Wir reagieren einfach auf unsere Pfleger, wenn es etwas Fressbares gibt.
Wir wurden in der kurzen Zeit unseres Hierseins schon ganz schön oft besucht. Sogar der Oberbürgermeister hat sich nach uns umgesehen und gemeinsam mit dem Professor ein Dokument unterschrieben, das unser Dasein legitimiert . Aber auch Kinder kommen und staunen über unser Aussehen. Unsere Fellfarbe und die spitze Schnauze erinnern eher an einen Fuchs. Aber mit dem sind wir nicht allzusehr verwandt – nur dass wir beide zu den Hundeartigen zählen, vereint uns. Schaut nur unsere Beine genauer an: unsere sind lang und elegant, die eines Fuchses sind viel kürzer. Weil wir so „hoch” gebaut sind, haben wir einen guten Überblick über das jeweilige Gelände. Noch besser als unsere Höhe sind unsere Ohren. Vom Aussehen her sind sie recht kuschelig, sagen die Leute. Das ist jedoch nicht das Entscheidende. Wir hören alles – auch das leiseste Geräusch. Stellt euch vor, im Gras sausen vielleicht Heuschrecken umher. Diese können unsere Lauscher wahrnehmen. Ist das nicht toll? Wir fressen sowohl tierische als auch pflanzliche Nahrung – es müssen keine Heuschrecken sein, kleine Nagetiere oder Vögel z. B. tun es auch. Hmmm, das schmeckt!
Nun sind wir schon über zwei Monate bei euch. Wir erkunden alles, aber gaaaanz vorsichtig. So nach und nach lernen wir unsere tierischen Nachbarn kennen. Sehr interessant! Durch unser Nachbargehege schreiten ebenfalls sehr hochbeinige Tiere. Sie haben aber kein Fell-, sondern ein Federkleid und weit ausladende Flügel. Dennoch sind sie flugunfähig. Es sind Nandus.
Wir verhalten uns ziemlich leise, obwohl wir recht laut bellen können. Die „richtigen” Wölfe heulen – wir nicht!
So, das waren unsere Januar/Februar-Eindrücke. Wir sind sehr gespannt, wie sich alles weiter entwickelt und freuen uns auf jeden Fall auf euren Besuch. Do widzenia.





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