Tierparkgeschichten

Hier finden Sie Geschichten rund um unsere Tiere
 

Eleganz pur… Kubaflamingos

Vor über einem halben Jahrhundert wurden die Beine von Dolores besungen. Namen haben meine Flamingofreunde keine – aber BEINE…Da kann man nur staunen. Macht einmal den Versuch, alle auf dem Foto sichtbaren Beine zu zählen, sie gar den dazugehörigen Körpern zuzuordnen und bestenfalls auch noch die Hälse… Eine schier unlösbare Aufgabe! Aber einen Versuch ist es wert, oder?

Wie ihr seht, stehen wir bequem auf einem Bein ohne zu zucken. Probiert das doch auch unmittelbar neben dem Eingang zu unserem Flamingoland auf dem Gerät aus. Wer kann länger ruhig stehen – Flamingo oder Mensch? Wir kennen die Antwort. So leid es uns tut, aber ihr Menschen könnt gar nicht gegen uns gewinnen. Das liegt an der unterschiedlichen Anatomie. Wenn wir einbeinig stehen, liegt unser Körper-schwerpunkt genau über dem Fuß und vor dem Knie, wobei Hüfte und Knie im Körper „versteckt“ sind. Bei euch Menschen ist das anders. Ihr müsst den Schwer-punkt ausbalancieren und deshalb „zappelt“ ihr meist hin und her.

Aber auch wir stehen nicht nur, sondern sind wahre Bewegungskünstler – wir können uns „verknotet“ oder in voller Schönheit zeigen. Und das in leuchtend kräftigem Orange, schwarz „eingesäumt.“ Diese auffällige Farbe ist genbedingt und wird sowohl in unserer Heimat als auch hier mit der Nahrungsaufnahme unterstützt. Da im „Flamingoland-See“ nicht genügend kleine Krebse leben, wird uns hier Karotin zugegeben, ohne das wir „ausbleichen“ würden. Mit unseren nach unten gebogenen
Schnäbeln „schaufeln“ wir kopfüber durchweichte Pellets, Weizen und Bachflohkrebse, die wir von unseren Pflegern bekommen, aus den Trögen oder direkt aus dem Wasser. Die ungenutzte Flüssigkeit gelangt durch so genannte Lamellen an den Schnabelrändern wie durch einen Filter zurück ins Wasser.

2018 war für uns alle ein glückliches Jahr, denn wir konnten unsere Kolonie vergrößern. Wir trugen jede Menge Erde zu Brutkegeln auf. Pro Nest ein Ei – und nach ca. einem Monat Brutzeit hatten wir drei Kinder.
Diese wollten unablässig gefüttert werden. Das geschieht mittels einer
nahrhaften blutähnlichen Flüssigkeit, die in der Speiseröhre der Eltern
gebildet wird und als Kropfmilch direkt in die Schnäbel des Nachwuchses wandert. Am Brut- und Aufzuchtgeschehen beteiligen sich beide Eltern.



TP Flamingo Geschichte
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Rotluchse

Eine ideale Familie

Oh ja, das sind wir! Ich bin Dara, gemeinsam mit meinem Kuder (Kater) Pepe und unseren vorjährigen beiden Mädchen. Es sind zwei, auch wenn ihr hier nur eins seht. Inzwischen sind beide fast 1 Jahr alt und bald reif für ihren neuen Zoo in der Eifel.

Als Pepe am 25. April 2015 sein hübsches Passfoto aufnehmen ließ, kannte er mich noch gar nicht. Ich lebte bis zum 10. November 2015 im Zoo Pilsen in der Tschechischen Republik. Und Pepe teilte sich sein Gehege in „Klein-Arizona“ mit seiner Schwester. Familienbande ist prima, aber irgendwann sollte man auch eine Partnerin kennen lernen dürfen. Das war ich, Dara. Pepes Schwester wurde nach Pilsen gebracht. Er blieb – ich kam – und er sollte mich erobern. Ich habe es ihm aber gar nicht so leicht gemacht. Meine Tatze saß recht locker, wenn er sich mir näherte oder mir mein Liegebrett wegschnappen wollte. Und wie ihr seht, habe ich ihm auch schon die Zunge rausgestreckt, wenn auch nur ein klein wenig. Gar so frech wollte ich auch nicht sein.
Normalerweise sind wir Luchse – egal, welcher der 4 Arten wir angehören – Einzelgänger. Ihr könnt es aber sicher nachfühlen: diesem bildhübschen Kater mit seinem herrlichen Backenbart konnte ich später einfach nicht widerstehen. Es liegt in unserer Natur, dass im Februar/März „Luchshochzeit“ gefeiert wird. Ja und dann dauerte es noch rund 65 Tage und am 29. Mai 2016 war unser erster Wurf auf der Welt: 3 Katerchen mit geschlossenen Augen, eng an mich geschmiegt.
Alle 3 entwickelten sich prächtig. In der letzten Juli-Woche wurde während ihres ersten Tierarztbesuchs sichtbar, dass sie zwar wie niedliche Kätzchen aussehen, aber mit ihren Zähnen und Krallen bewiesen sie, dass sie wehrhafter Raubtiere sind. Das Impfen ist wie bei euch Menschen auch eine sehr wichtige, dennoch unangenehme Angelegenheit. Bei uns Tieren kommt noch das Setzen eines Chips zur Identifizierung hinzu. Ihr tragt einen Personalausweis bei euch.
Am 21. September 2016 stand eine Hobby-Fotografin in unserem Gehege. Vor Schreck wäre eines unserer Kinder am liebsten rückwärts den „Felsen“ hochgeklettert, weil ihm das letzte Fangerlebnis noch im Kopf herumspukte. Dabei wollte sie uns nur ablichten.

2018 musste unsere Familie einen herben Verlust hinnehmen:
Unser Nachwuchs hat leider nicht überlebt. Alle um uns herum waren sehr traurig.

Ihr wollt sicher noch wissen, wie es uns heute geht. Einwandfrei!
Pepe und ich sorgen gut für unsere beiden Ende Juli 2019 geborenen Mädchen. Sie spielen, springen, klettern, lauschen, verstecken sich, fressen und schlafen. Normalerweise sind wir nachts aktiv, aber solange wir Eltern auf unsere Kinder aufpassen müssen, seht ihr uns zu jeder Zeit hin und her laufen. Wenn kein Nachwuchs zu betreuen ist, dösen wir auch tagsüber meist auf unseren erhöht angebrachten „Sofas“.

Ach so! Wundert euch nicht, wenn an unserer Futterstelle tote Tiere liegen. Wir haben sie zum Fressen gern: z.B.: Küken oder Ratten. Schaut einfach mal genau hin.

Text und Fotos: Tierparkförderverein
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Luchs4
 
 

Tierparkgeschichten Pinguine

 

„Corona“ wollte uns ausbremsen – die „Vogelgrippe“ hatte es kurzzeitig geschafft, aber wir haben trotzdem gewonnen…
Wir waren schon immer grippefrei, sind aber nun extra noch krippentauglich. Unsere große Schwester vom letzten Jahr hat 4 Spielgefährten dazu bekommen. Selina und Alex, Stella und Gunter, Ronja und Eddi sowie Sophie und Uwe sind vor kurzem Eltern geworden. Sie haben wie das Paar Helga und Franz den gleichen „Familiennamen“: Humboldt-Pinguin.
Mit unseren Gefährten bewohnen wir hier im Tierpark eine schicke Anlage in einem eigens nach uns allen benannten Gebiet: PINGUINLAND. Als es gegründet wurde, gab es viel Platz zum Schwimmen und durchs Wasser Jagen für nur 6 männliche und ein weibliches Tier. Nun sind wir 21: Luzy, Hanna, Helga, Sophie, Stella, Ronja, Selina, Gudrun, Uwe, Gunter, Thomas, Franz, Ronny, Dieter, Eddi, Alex und 5 Krippenkinder. Noch sind sie namenlos.
Wichtiger als unsere Namen ist unsere Geschichte. Ihr müsst wissen: von jedem Tier (jeder Pflanze), das irgendwo erspäht wurde, gibt es eine wissenschaftliche Beschreibung. Meist ist auch bekannt, wer das Tier erstmals beschrieben hat. In unserem Fall war das der berühmte Naturforscher Alexander von Humboldt. Er fand unsere Vorfahren an den Pazifikküsten Südamerikas (Peru, Chile) während seiner Expedition durch Amerika von 1799 bis 1804. 30 Jahre später kamen wir groß heraus. Ein junger Professor namens Meyen verpasste uns besagte wissenschaftliche Bezeichnung. Seitdem tragen wir den stolzen Namen Humboldt-Pinguin. Unsere Vornamen erkennt ihr an den kleinen Schildern, die unsere Flügel umspannen. Ihr müsst keine Angst haben – das tut nicht weh. Aber die Besucher freuen sich, wenn sie genau wissen, wer wir sind. Andere Unterscheidungsmerkmale gibt es zwar auch, aber für Laien ist das nicht so einfach. Man müsste die Anordnung der Punkte auf den weißen Federn auswendig lernen….

Federn ist das Stichwort. Wir sind Vögel, die zwar nicht fliegen, uns dennoch pfeilschnell fortbewegen können. In einer „Tempo-30-Zone“ würden wir möglicherweise „geblitzt“. Gut, dass diese Geräte nicht unter Wasser stehen! Dafür finden wir normalerweise dort unsere Nahrung. Hier im Tierpark werden wir bedient. 10.00 und 15.00 Uhr bekommen wir lecke-ren Fisch. Darin versteckt ist eine Vitamin-Tablette, die wir zur Gesunderhaltung schlucken müssen. Apropos Gesundheit – unser Federkleid besteht aus 2 Schichten: quasi der „Unterrock“ sorgt dafür, dass wir nicht frieren, der schmucke „Frack“ schützt uns vor Wind und natürlich davor, dass wir bis auf die Haut nass werden.
Falls ihr uns auch ab Mai im Tierpark besucht, habt
ihr leider unser paarweises Kuscheln verpasst. Es
könnte aber sein, dass sich die bisher kinderlosen
Familienmitglieder lieber im Herbst näherkommen.
Die meisten von uns sind inzwischen alt genug!
Wir dürfen das! Eigentlich sollen wir sogar für Nach-
wuchs sorgen, denn unsere Art muss geschützt
werden, weil unser Fortbestand in der Natur gefähr-
det ist. Ein Paar bebrütet 1 – 2 Eier und wenn es gut
gegangen ist, kann man nach rund 40 Tagen ein
leises Piepsen hören, nach 2 Monaten einen
neugierigen Pinguin im Daunenkleid sehen und sich
einfach über jedes gesunde neue Tier freuen.

Tierparkgeschichten Pinguine1
Tierparkgeschichten Pinguine
 
 

Gestatten, Mähnenwolf

Ich bin quasi ein Weihnachtsgeschenk, allerdings nicht ganz allein. Mit meinem Bruder gemeinsam kam ich am 20. Dezember 2019, in je einer Transportkiste verpackt, im Amerika-Tierpark Limbach-Oberfrohna an. Unsere Reise begann im Zoologischen Garten Warschau, in dem meine Eltern und seit mehreren Jahren meine Verwandten leben. Einige von ihnen bewohnen jetzt auch Gehege in anderen Zoos. Z. B. sind 3 meiner Vorgänger seit September 2016 im Tierpark Neumünster ansässig. Ja, und wir beide beschnuppern jetzt eben bei euch unsere neue Heimat. Es ist recht schön hier. Wir bekamen ein völlig neu errichtetes Gehege mit beheiztem Haus. Da steckt allerhand Arbeit drin. „Dziękuję bardzo!” Da wir nun schon ein wenig Deutsch verstehen, übersetzen wir das für euch. Es heißt „Vielen Dank!”.
Vielleicht wollt ihr uns ein klein wenig näher kennen lernen: Ob wir Namen haben, wissen wir nicht. Wir reagieren einfach auf unsere Pfleger, wenn es etwas Fressbares gibt.
Wir wurden in der kurzen Zeit unseres Hierseins schon ganz schön oft besucht. Sogar der Oberbürgermeister hat sich nach uns umgesehen und gemeinsam mit dem Professor ein Dokument unterschrieben, das unser Dasein legitimiert . Aber auch Kinder kommen und staunen über unser Aussehen. Unsere Fellfarbe und die spitze Schnauze erinnern eher an einen Fuchs. Aber mit dem sind wir nicht allzusehr verwandt – nur dass wir beide zu den Hundeartigen zählen, vereint uns. Schaut nur unsere Beine genauer an: unsere sind lang und elegant, die eines Fuchses sind viel kürzer. Weil wir so „hoch” gebaut sind, haben wir einen guten Überblick über das jeweilige Gelände. Noch besser als unsere Höhe sind unsere Ohren. Vom Aussehen her sind sie recht kuschelig, sagen die Leute. Das ist jedoch nicht das Entscheidende. Wir hören alles – auch das leiseste Geräusch. Stellt euch vor, im Gras sausen vielleicht Heuschrecken umher. Diese können unsere Lauscher wahrnehmen. Ist das nicht toll? Wir fressen sowohl tierische als auch pflanzliche Nahrung – es müssen keine Heuschrecken sein, kleine Nagetiere oder Vögel z. B. tun es auch. Hmmm, das schmeckt!
Nun sind wir schon über zwei Monate bei euch. Wir erkunden alles, aber gaaaanz vorsichtig. So nach und nach lernen wir unsere tierischen Nachbarn kennen. Sehr interessant! Durch unser Nachbargehege schreiten ebenfalls sehr hochbeinige Tiere. Sie haben aber kein Fell-, sondern ein Federkleid und weit ausladende Flügel. Dennoch sind sie flugunfähig. Es sind Nandus.
Wir verhalten uns ziemlich leise, obwohl wir recht laut bellen können. Die „richtigen” Wölfe heulen – wir nicht!
So, das waren unsere Januar/Februar-Eindrücke. Wir sind sehr gespannt, wie sich alles weiter entwickelt und freuen uns auf jeden Fall auf euren Besuch. Do widzenia.





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